Seit Jahrzehnten nehmen Hitzetage und Perioden heißen Wetters ohne Abkühlung in unseren Breitengraden zu, doch der Großteil der Schulen und Kitas schwitzt, ohne geeignete Maßnahmen zur Hand zu haben.
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In diesem Beitrag erfahren Sie, was Hitze mit Körper und Psyche macht – und vor allem, was Sie selbst im Kleinen und Großen tun können, um sicher und ein wenig angenehmer durch die heißesten Tage des Jahres zu kommen.
Inhalt
1. Die Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit
1.1 Physische Auswirkungen von Hitze
1.2 Psychische und kognitive Auswirkungen von Hitze
2. Maßnahmen gegen heiße Räume
2.1 5 langfristige Maßnahmen gegen Hitze in Gebäuden
2.2 8 Tipps für kurz- bis mittelfristige Abkühlung
Vorsicht: Nutzen Sie fettfreie Sonnenschutzprodukte ohne Parfüm-, Farb- oder Konservierungsstoffe. Diese können (in Kombination mit Sonneneinstrahlung) die Haut reizen und Allergien auslösen (phototoxische Reaktion), vor allem, wenn Kinder bereits empfindlich auf UV-Strahlung reagieren (Mallorca-Akne, polymorphe Lichtdermatose (im Volksmund „Sonnenallergie“) Lichturtikaria (eine Form der Nesselsucht), Neurodermitis etc.) oder einen helleren Hauttyp haben. Informieren Sie ggf. auch die Eltern über geeignete Sonnenschutzmaßnahmen.
Heiße Tage
Ein „heißer Tag“ ist laut Deutschem Wetterdienst ein Tag, der eine Höchsttemperatur von 30 °C erreicht. Klettert die Temperatur um weitere 5 °C, spricht man von „Wüstentag“. Eine Nacht, in der es sich nicht auf unter 20 °C abkühlt, gilt als „Tropennacht“.
Diese Definitionen sind den europäischen Temperaturen angepasst, denn natürlich ist es in manchen Ländern deutlich kühler, während in vielen anderen Wüstentage und Tropennächte Alltag sind.
Da in der Bundesrepublik die heißen Tage seit 1951 gezählt werden, lässt sich die Zunahme gut verfolgen. Nach Dekaden zusammengefasst gab es zwischen 1956 und 1965 durchschnittlich 3,8 heiße Tage; zwischen 2016 und 2025 waren es 12,2 – und somit ein Anstieg auf das Dreifache.
Auch die Anzahl der Tropennächte nimmt seit einigen Jahrzehnten zu, wenn auch nicht so frappierend wie die Zahl der heißen Tage. Die Grafik zeigt die heißen Tage in Deutschland seit 1990.
Physische Auswirkungen von Hitze
Wenn uns zu heiß ist, schwitzen wir und verlieren Flüssigkeit, die nachgefüllt werden muss. Tun wir das nicht, bekommen wir Kopfschmerzen, uns wird schwindlig oder übel. Kinder allerdings schwitzen weniger als Erwachsene und können daher Hitze schlechter regulieren. Gleichzeitig müssen sie oftmals ans Trinken erinnert werden, weil sie es über andere Beschäftigungen leicht vergessen.
Bei Hitze erweitern sich die Blutgefäße. Daher sinkt der Blutdruck, während sich der Herzschlag erhöht, um weiterhin Blut durch den Körper zu pumpen. Das bedeutet eine größere Anstrengung für unser Herz-Kreislauf-System.
Die Auswirkung von Ozon auf den menschlichen Körper
Ozon (O3) ist ein farbloses Reizgas und kommt sowohl in der Stratosphäre als auch in Bodennähe vor. Während das atmosphärische Ozon die Erde vor der UV-Strahlung schützt und somit unerlässlich für unser Leben auf dem Planeten ist, entsteht bodennahes Ozon, auch Sommersmog genannt, während Hitzeperioden, und wirkt sich negativ auf unseren Organismus aus.
Bodennahes Ozon entsteht aus der Reaktion von Stickoxiden und Sauerstoff und benötigt UV-Strahlung. Stickoxide wie Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) entstehen durch Abgase, aber auch durch Blitze.
Unter dem Einfluss der Sonneneinstrahlung entsteht also aus Stickstoffdioxid und dem Sauerstoff in unserer Atmosphäre Ozon und Stickstoffmonoxid. Somit ist die Konzentration von bodennahem Ozon am Nachmittag am höchsten, denn wenn nachts die Sonneneinstrahlung fehlt, läuft die Reaktion in Gegenrichtung ab: Aus Ozon und Sickstoffmonoxid werden Sauerstoff und Stickstoffdioxid.
In Deutschland werden die Informations- und Alarmschwellenwerte (180 µg/m³ bzw. 240 µg/m³) seit den 1990er-Jahren seltener überschritten, da die Emissionen seitdem abgenommen haben. Im Gegensatz dazu nehmen die Jahresmittelwerte zu, denn weltweit steigt die Schadstoffbelastung.
Zwischen 10 und 15 % der Menschen reagieren empfindlich auf Ozon, doch gesund ist es für niemanden. Vor allem Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD sowie Pollenallergiker leiden unter erhöhten Ozonwerten.
Typische Beschwerden:
- tränende Augen
- Kurzatmigkeit
- Hustenreiz
- Kopfschmerzen
- verminderte Leistungsfähigkeit
Da erhöhte Ozonwerte mit Hitzeperioden korrelieren, gelten zum Schutz vor der Ozonbelastung ähnliche Regeln:
- körperliche Belastung maximal morgens
- nur lüften, solange es draußen kühl ist
- Aufenthalt im Freien in den heißesten Stunden vermeiden
Über tagesaktuell gemessene Ozonwerte in Ihrer Region informiert das Umweltbundesamt.
Psychische und kognitive Auswirkungen von Hitze
Hitze kann sich schnell durch Erschöpfung äußern. Man ist unkonzentriert, schlapp, müde, braucht mehr Ruhepausen und ist allgemein leistungsschwächer, da der Körper genug damit zu tun hat, seine Temperatur konstant zu halten.
Außerdem kann Hitze zu aggressivem Verhalten führen, da Körper und Psyche gestresst sind. Die Impulskontrolle sinkt, Emotionen können nicht mehr so gut reguliert werden. Bleibt gleichzeitig die Erholung durch Schlaf aus, weil es sich auch nachts nicht abkühlt, steigt die Reizbarkeit weiter.
Menschen, die auch außerhalb von Hitzeperioden mit psychischen Belastungen zu kämpfen haben, leiden logischerweise an heißen Tagen umso mehr.
Maßnahmen gegen heiße Räume
Die meisten der im Folgenden angeführten Tipps, wenn nicht alle, werden Ihnen bekannt sein. Leider können wir das Rad nicht neu erfinden. Erschwerend kommt hinzu, dass manche sinnvollen Maßnahmen, vor allem bauliche, nicht in Ihrer Hand liegen.
Außerdem sind Schule und Unterricht nicht der passende Rahmen, um alle helfenden Mittel auszuschöpfen: Während man sich zu Hause bis auf die Unterwäsche ausziehen oder kühl abduschen kann, scheiden diese Optionen im Schulalltag aus. Und auch ein Nickerchen während der heißen Stunden lässt sich nicht so leicht einrichten – wäre aber angemessen, vor allem im Offenen Ganztag. Jedenfalls wäre das sinnvoller als Lernzeit oder eine Sport-AG während der größten Nachmittagshitze.
Machtlos sind Sie trotzdem nicht. Ein paar Tropfen auf den heißen Stein sind durchaus während des regulären Schultags möglich – auch wenn klar ist, dass Schulen und auch Kindergärten besser kurz- als mittelfristig den Hitzeperioden angemessen umgestaltet werden müssen.
5 langfristige Maßnahmen gegen Hitze in Gebäuden
Zu den längerfristigen und oft auch effektivsten Maßnahmen zählen vor allem diejenigen, die Geld kosten und genehmigt werden müssen. Das hilft nichts bei aktuellen Hitzeperioden, aber bei kommenden, die uns zweifelsohne bevorstehen. Daher ist es ratsam, jetzt zu handeln – vor allem bei Entscheidungen, die Vorlauf benötigen.
Tipp: Sicherlich haben Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen schon seit Jahren gute Ideen, wie die Klassenräume und das Schulgelände vor Hitze geschützt werden können. Sammeln Sie Kritik und Vorschläge, informieren Sie sich, sprechen Sie mit Experten. Je fundierter der Plan ist, den Sie vorlegen, umso höher wahrscheinlich die Chance, den Prozess ins Rollen zu bekommen.
1. Modernisieren der Fenster
In vielen älteren Schulgebäuden gibt es noch Fenster, die sich nur kippen, vielleicht sogar gar nicht öffnen lassen. So klappt das Lüften in den kühlen Stunden natürlich schlecht. Auch das Anbringen von Markisen oder Jalousien ist eine lohnenswerte langfristige Investition.
Für nächtliches Lüften ist ggf. auch die Installation eines Einbruchschutzes empfehlenswert. Mehr über Einbruchprävention erfahren Sie in unserem Beitrag Einbruchprävention in Schulen.
2. Dämmen der Außenwände
Ungedämmte Wände, ungeschützte Glasfronten, unbegrünte Flachdächer, Klassenräume in Containern oder Pavillons sorgen dafür, dass sich die Innenräume schnell aufheizen und nur langsam wieder abkühlen. Viele Schulgebäude haben an dieser Stelle einen großen Optimierungsbedarf, und die Umsetzung scheitert oft an vermeintlichen Interessenkonflikten, z. B. bezogen auf Gebäudeschutz, Brandschutz, vielleicht Denkmalschutz.
Trotzdem sind Schulen Lebens-, Arbeits-, Lern- und Entwicklungsräume, und dafür müssen eben die Bedingungen stimmen. Wer schon vormittags in Räumen bei 30 Grad sitzt, kann keine Leistung erbringen, ohne dass der Körper und auch die Psyche leiden. Das gilt selbstredend nicht nur für SuS, sondern auch für alle an Schulen beschäftigten Personen.
3. Entsiegeln des Schulhofs
Nun ja, wer spielt schon gerne auf Beton und Asphalt? Trotzdem haben sich die meisten Schulhöfe seit vielen Jahrzehnten nicht verändert. Diesbezüglich muss dringend ein Umdenken stattfinden: Grünflächen, Bäume, ein Schulgarten, vielleicht sogar ein kleiner Teich funktionieren nicht nur gut gegen Hitze, sondern sind auch ansprechender und bieten den Kindern mehr (naturnahe) Erlebnisse und Lernerfahrungen – zumal sie auch an der Umgestaltung mitwirken können.
4. Begrünen des Schulgeländes
Jeder Schulhof hat Platz für Pflanztöpfe, Rankgerüste oder einen Laubengang. Dafür braucht es keine aufwendigen baulichen Maßnahmen, nur ein wenig Budget, Beratung, Zeit und Mut zum Selbstmachen.
Auch das lässt sich oft schwer mit dem Schulalltag vereinbaren, aber ist vielleicht ein tolles Ferienprojekt, z. B. in Zusammenarbeit mit handwerklichen Betrieben, Vereinen oder engagierten Angehörigen der SuS.
Tipp: Die Deutsche Umwelthilfe bietet auf ihrer Webseite einen Antrag auf grüne Schulhöfe, die Schülerinnen und Schüler ausfüllen und an die Gemeinde- oder Stadtverwaltung schicken können. Link im Lesestoff.
5. Installation von Klimaanlagen
Über kurz oder kürzer wird wahrscheinlich kein Weg an dieser Maßnahme vorbeiführen – zumal Klimatisierung in Büros und Supermärkten üblich ist, in Schulen jedoch nicht.
In Kombination mit auf dem Dach angebrachte Solarzellen hält sich der zusätzliche Stromverbrauch in Grenzen, denn auch das muss bedacht werden. Auch Wärmepumpen können zur aktiven Kühlung genutzt werden.
Es muss ja auch nicht gleich jeder Klassenraum klimatisiert werden. Einfacher ist es, wenn Sie bei größeren Räumen wie Aula, Mensa, Bibliothek oder Sporthalle beginnen. So haben die Kinder an den heißesten Tagen stundenweise die Möglichkeit, sich in diese Gemeinschaftsräume zurückzuziehen und sich ein wenig herunterzukühlen.
Tipp: Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle können Sie bis Ende 2026 einen Förderantrag für den Einsatz von Klimaschutz-Technologien stellen. Link im Lesestoff.
8 Tipps für kurz- bis mittelfristige Abkühlung
Nachfolgend ein paar Ideen, die heiße Tage für Sie und Ihre Klasse ein wenig erträglicher machen.
1. Richtiges Lüften
Wenn möglich, lüften Sie morgens und sorgen Sie für Durchzug, indem Sie die Tür öffnen. Das gelingt natürlich nur, wenn die Fenster sich öffnen lassen, und das bestenfalls ganz und nicht nur auf Kipp. Und noch besser wäre nächtliches Lüften.
Ihre Schülerinnen und Schüler sollten hingegen nicht im Durchzug sitzen. Im Idealfall erledigen Sie das Lüften also vor der ersten Unterrichtsstunde.
Sobald es draußen wärmer ist als drinnen, halten Sie die Fenster geschlossen, von kurzfristigem Stoßlüften abgesehen. Vielleicht haben Sie ja den Luxus einer Markise oder eines Vorbaus vor den Fenstern, sodass die Sonne nicht ungehindert auf die Scheiben scheint. Dann bleibt es im Raum kühler, und auch das Lüften tagsüber bringt ein wenig Abkühlung.
2. Für Schattenplätze sorgen
Sonnensegel, Sonnenschirme, Gartenpavillons, Schatten spendende Bäume: Sorgen Sie für schattige Rückzugsmöglichkeiten in den Pausen.
Alternativ können Sie improvisieren, z. B. mit einem selbstgebauten Unterstand im Rahmen eines Survival-Projekts: Aus Zweigen wird ein geflochtenes Dach, das mit Moos begrünt wird. Auch gespannte Bettlaken oder Decken schützen vor direkter Sonneneinstrahlung.
3. Fenster gegen Sonneneinstrahlung schützen
Am besten ist es, wenn die Sonnenstrahlen erst gar nicht auf die Glasscheiben treffen und so den Raum nicht aufheizen können. Daher empfiehlt sich das Anbringen von Markisen oder Rollläden, oder eben auch das Begrünen von außen z. B. mithilfe einer Pergola.
Außerdem helfen Sonnenschutzfolien, die außen auf die Scheiben geklebt werden und die Wärme reflektieren. Dafür sollten sie allerdings hell sein, damit sie das Licht reflektieren und nicht wie dunkle Folien absorbieren und sich aufheizen oder schlimmstenfalls das Glas schädigen.
Eine unkonventionellere Lösung sind (feuchte) Decken oder Laken, die Sie vor das Fenster hängen.
4. Körpertemperatur herunterkühlen
Um unseren Körper dabei zu unterstützen, nicht zu überhitzen, können wir von innen und außen nachhelfen:
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Trinken muss immer erlaubt sein, auch an kühlen Tagen und auch während des Unterrichts. Stellen Sie sicher, dass elektronische Geräte wie Tablets oder Computer durch potenziell mögliche Missgeschicke keinen Schaden nehmen.
Wasser (mit einem Spritzer Zitrone, Gurke oder frischer Minze), Schorlen und ungesüßte Tees sind am gesündesten. Wenn es sich einrichten lässt, bauen Sie auf einem separaten Tisch eine kleine Bar auf, an der sich die Kinder in den Pausen bedienen.
Tipp: Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, können Sie auch gemeinsam mit den Kindern Fruchteis herstellen oder einfach Säfte in lustigen Eisformen einfrieren. Je ansprechender die kleinen Cocktails angerichtet sind, umso eher verführen sie die Kinder zum Trinken.
Auch Fruchtstücke oder -scheiben in einem erfrischenden Getränk sind ein leckeres und gesundes Highlight. So zaubern Sie im Handumdrehen einen tollen Eistee.
- feuchte Tücher und Coolpacks
Um die Körpertemperatur zu senken, sind sowohl feuchte Tücher, z. B. auf den Armen oder im Nacken, als auch Gelpacks effektiv. Für letztgenannte benötigen Sie nicht unbedingt einen Kühl- oder Gefrierschrank: Es kann ausreichen, mit den Eltern zu sprechen, damit jedes Kind morgens sein eigenes Kühlpack mitbringt. In ein dünnes Tuch gewickelt – direkten Hautkontakt vermeiden, solange das Coolpack eiskalt ist – hält die Kälte ein paar Stunden vor. Die SuS können es z. B. auf den Tisch und die Unterarme darauf legen. Durch die Blutzirkulation wirkt der kühlende Effekt auf den gesamten Körper.
Auch feuchte Tücher erfüllen diesen Zweck, ob auf den Armen oder im Nacken. Durch Wedeln frischen die SuS den Kühleffekt zwischendurch wieder auf, und während der Pausen werden die Tücher ggf. neu befeuchtet.
- Schuhe ausziehen
Schon nackte Füße können eine Erleichterung sein, wenn es im Klassenraum brütend warm ist – abgesehen davon, dass Barfußlaufen gesund ist. Erlauben Sie sich und Ihren SuS also gerne, sich von Schuhen, Socken, Pantoffeln o. Ä. zu befreien.
Tipp: Nutzen Sie z. B. Materialboxen PRO in Größe M, um Ihren SuS in der Pause ein erfrischendes Fußbad zu gönnen.
5. Pflanzen für ein besseres Raumklima
Da Sie wahrscheinlich nicht in der glücklichen Lage sind, in einem klimatisierten Klassenzimmer zu unterrichten, können Sie auf Alternativen zurückgreifen, um die Raumtemperatur in Schach zu halten.
Begrünen Sie den Klassenraum, um die Temperatur zu senken – am besten natürlich mit ungiftigen Pflanzen. Allerdings können Sie das Risiko für Ihre Kinder minimieren, wenn Sie diese Pflanzen höher gelegen positionieren, z. B. auf dem Schrank oder in einer Hängevorrichtung, die an der Decke befestigt ist.
Auch Kräutertöpfe wie Basilikum sind nicht nur toll für ein gesundes Topping auf dem Pausenbrot, sondern helfen auch dabei, die Temperatur zu senken. Das durch die Photosynthese gewonnene Wasser verdunstet und sorgt dadurch sowohl für eine höhere Luftfeuchtigkeit als auch für einen kühlenden Effekt. Je größer die Blattfläche, umso höher die Wirkung.
Auch die Erde selbst gibt Feuchtigkeit ab, und wenn Sie Tontöpfe wählen, gilt das für diese ebenfalls. Somit sind Pflanzen eine schöne und auch längerfristige Maßnahme, um das Raumklima zu verbessern. Idealerweise mögen die von Ihnen gewählten Pflanzen ein sonniges Plätzchen auf der Fensterbank. Wer direkte Sonne nicht mag, zieht in ein Regal an der gegenüberliegenden Wand.
Achtung: Die meisten Pflanzen mögen keine Standortwechsel. Wenn Sie sich für einen Platz entschieden haben, lassen Sie die Pflanze am besten dort in Ruhe gedeihen.
Beliebt und pflegeleicht sind folgende Arten bei direkter Sonneneinstrahlung:
- Aloe Vera
- Echeverie (Achtung, giftig)
- Geldbaum
Tipp: Wenn Sie sich für Aloe-Vera-Pflanzen entscheiden, haben die SuS auch gleich ein natürliches Linderungsmittel gegen Sonnenbrand zur Hand. Die Blätter enthalten ein feuchtigkeitsspendendes Gel, das, aufgetragen auf die Haut, pflegt und kühlt.
ohne direkte Sonneneinstrahlung:
- Bogenhanf (Achtung, giftig)
- Drachenbaum (Achtung, giftig)
- Ficus benjamina (Achtung, giftig)
- Grünlilie
- Gummibaum (Achtung, giftig)
- Klivie (Achtung, giftig)
- Zierspargel (Achtung, giftig)
Natürlich können Sie auch auf Gemüsepflanzen und Kräutertöpfe zurückgreifen, die Sie gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern ziehen. So ist zur Erntezeit der gesunde Snack immer in greifbarer Nähe.
Tipp: Rankgerüste an den Mauern neben den Fenstern oder eine Pergola als Ersatz für eine Markise sorgen dafür, dass sich die Räume nicht so sehr aufheizen. Lassen Sie sich also gerne von einem Gartenfachmann beraten, welche Pflanzen in welcher Kombination für Ihre Schule infrage kommen. Kletterrosen oder Hopfen an einem Rankgerüst bieten einen guten Hitzeschutz, während Efeu die Fassade kühlt und andere Pflanzen wie Knöterich als natürliche Jalousien fungieren können. Die Rankhilfen können Sie gemeinsam mit den Kindern oder deren Eltern im Rahmen eines Klima-Projektes selbst bauen.
6. Ventilatoren und feuchte Tücher
Auch ohne Klimaanlage können Sie einen ähnlichen Kühleffekt erreichen, wenn Sie ein wenig improvisieren. Denn irgendwie müssen Ihre SuS und Sie schließlich durch die nächste Hitzephase kommen.
- Ventilatoren: Auch wenn Ventilatoren manchmal nur warme Luft herumwirbeln, sorgt der Luftstrom dennoch für einen erfrischenden Effekt – den Sie noch steigern können, wenn Sie ein feuchtes Handtuch davor hängen.
Kleine Handventilatoren gibt es für kleines Geld, und vielleicht besitzen einige Kinder ohnehin schon ein Exemplar. Gestatten Sie die Nutzung. Auch Fächer, gern selbstgemacht, verschaffen ein wenig Kühlung an den heißesten Tagen.
- feuchte Tücher: Nasse Handtücher oder Bettlaken sorgen durch Verdunstung dafür, dass die Temperatur sinkt. Gleichzeitig verbessert Feuchtigkeit an heißen, trockenen Tagen das Raumklima.
Achtung: Setzen Sie die SuS dem Luftzug weder direkt noch längerfristig aus, denn manche Menschen reagieren darauf mit einem steifen Hals oder einer Bindehautentzündung.
7. Hitzequellen ausschalten
Nutzen Sie keine elektronischen Geräte, die Wärme abgeben. Dazu zählen beispielsweise PCs oder Beamer. Auch gemeinsames Kochen oder Backen ist an heißen Tagen natürlich nicht die beste Idee. Zaubern Sie lieber gemeinsam einen Gemüse- oder Obstsalat, um die Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen, und halten Sie sich an leichte Mahlzeiten, um den Körper nicht noch weiter zu belasten.
8. Anstrengende Tätigkeiten vermeiden
Egal ob Arbeiten und Tests oder körperliche Betätigung: Wenn sie stattfinden müssen oder sollen, dann am besten morgens, solange die Temperaturen erträglich sind.
Achten Sie außerdem darauf, dass die Kinder in den Pausen schattige Flächen zur Verfügung haben und sich nicht beim Spielen und Toben verausgaben, ohne es zu merken. Stellen Sie an heißen Tagen beispielsweise keine schweißtreibenden Spiel- und Sportgeräte wie Bälle zur Verfügung und bieten Sie stattdessen ruhige Aktivitäten im Schatten an, z. B. in Form eines Lese- oder Puzzlebereichs mit gemütlichen Sitzmöglichkeiten wie Hängematten oder Liegestühlen.
Im Idealfall stehen auch auf dem Schulhof Getränke bereit, vielleicht in Form von Wasserspendern. Oder die SuS nehmen ihre Trinkflaschen mit nach draußen und stellen sie an einem dafür vorgesehenen Ort ab; dafür sollten sie natürlich mit den Namen beschriftet sein.
Sensibilisieren Sie die Kinder für heiße Tage
Da Hitze für Kinder noch gefährlicher ist als für Erwachsene, sollten Sie sie über die Risiken aufklären und ihnen ein paar Verhaltensregeln an die Hand geben. Sie müssen allerdings davon ausgehen, dass Ihre SuS sich nicht unbedingt daran halten und daher ein Auge auf sie haben, wenn sie beispielsweise toben und rennen oder zu wenig trinken.
Folgende Regeln für heiße Tage können Sie beispielsweise Ihrer Klasse kommunizieren:
- Nehmt genug Flüssigkeit zu euch.
- Schützt euch vor direkter Sonne.
- Macht langsam.
- Hört auf euren Körper.
- Achtet aufeinander.
Und da es immer von Vorteil ist, auch zu verstehen, warum man etwas Bestimmtes tun oder lassen soll, klären Sie die Kinder über die Folgen von Hitze auf den menschlichen Organismus auf. Am Ende des Beitrags finden Sie zahlreiche Quellen, die (Unterrichts-)Material zur Verfügung stellen.
Ausblick
Was muss sich (nicht nur) hierzulande ändern? Vor allem wahrscheinlich die Einstellung. Wir müssen jetzt handeln, denn es wird in den nächsten Jahrzehnten heißer statt kühler. Und anstatt sich zu ärgern, dass man nicht bereits vor 20 Jahren geeignete Maßnahmen ergriffen hat, sollte man jetzt umdenken, damit Schulen und auch Kitas die Möglichkeit bekommen, sich während Hitzeperioden zu schützen.
Umbaumaßnahmen erfordern Zeit, Geld, Entscheidungen, Bürokratie, Genehmigungen. Es wäre also wahrscheinlich eine Hilfe, wenn nicht nur mehr Geldmittel zur Verfügung gestellt, sondern auch die bürokratischen Hürden abgebaut würden. Ideen gibt es genug, doch das nutzt nicht viel, wenn ihrer Umsetzung Steine in den Weg gelegt werden.
Und vielleicht ist irgendwann auch eine Anpassung der Schul-, Betreuungs- und Arbeitszeiten erforderlich, sodass während der größten Mittagshitze einfach eine Pause möglich ist. In vielen heißen Ländern ist die Siesta verbreitet, weil die Menschen sich in diesen Stunden schonen und erst am späten Nachmittag wieder ihre Häuser verlassen.
Auch eine Verlängerung der Sommerferien ist ein guter Ansatz – auch wenn diese Änderung Betreuungsprobleme aufwerfen und einen Rattenschwanz an weiteren Anpassungen nach sich ziehen würde. Das ist allerdings kein Grund, die Veränderungen sofort zu verwerfen, denn ändern muss sich etwas. Während einer Hitzeperiode in einem aufgeheizten Klassenraum lernen die Kinder sowieso nichts, vom Gesundheitsrisiko ganz zu schweigen.
Doch da es in unseren Breitengraden lange Zeit kühler war, kommt uns der Gedanke nicht umsetzbar, vielleicht auch absurd vor. Wir akzeptieren, dass es immer heißer wird, reißen uns zusammen und sagen uns, dass wir die zwei Grad mehr, die drei Hitzetage mehr als im Vorjahr auch noch schaffen – wir müssen ja, denn Alternativen scheint es oft nicht zu geben.
Aber ist die Grenze des Zumutbaren für uns Menschen und unseren Planeten nicht bereits erreicht und ein Weitermachen wie immer im Grunde nicht mehr möglich!? Ist es nicht sinnvoll, endlich Lösungen zu finden und zu etablieren!

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Isolierbehälter, 12L
Lesestoff
- Wirklich eine Sonnenallergie? Das steckt hinter Hautreaktionen auf Sonne, 05.05.2022:
https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/haut-und-allergie/sonnenallergie-das-steckt-hinter-der-hautreaktion/
- Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Kälte- und Klimaanlagen: Ein Förderprogramm für gewerbliche Nutzer (endet am 31.12.2026):
https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Klima_Kaeltetechnik/klima_kaeltetechnik_node.html
- Colelli, F.P., Wing, I.S. & Cian, E.D. Air-conditioning adoption and electricity demand highlight climate change mitigation–adaptation tradeoffs. Sci Rep 13, 4413 (2023):
https://doi.org/10.1038/s41598-023-31469-z
- Deutsche Umwelthilfe: Grün statt Grau! Schulhof für die Zukunft fordern! (Antragsformular für SuS):
https://www.duh.de/mitmachen/antrag-fuer-gruene-schulhoefe/
- dpa, Wintermantel, Benita: Lifehack bei Sommerhitze: Pflanzen können Wohnung und Garten kühlen, 15.07.2026:
https://utopia.de/ratgeber/lifehack-bei-sommerhitze-pflanzen-koennen-wohnung-und-garten-kuehlen-v2_690511/
- Ozon: Schutzschild und Reizgas zugleich, 04.12.2025:
https://gesund.bund.de/ozon-gesundheit#klimawandel
- Anstieg der heißen Tage in Deutschland:
https://www.laenderdaten.info/Europa/Deutschland/heisse-tage.php
- Le Stradic, Ségolène, Nierenberg, Amelia: Sin zapatos y con ventanas abiertas: así son las clases en Europa con la ola de calor, 24.06.2026 (die englischsprachige Variante erfordert eine Anmeldung):
https://www.nytimes.com/es/2026/06/24/espanol/mundo/europa-ola-calor-escuelas.html
- Naumann, Martina: Pflegeleichte Zimmerpflanzen, die auch ohne grünen Daumen wachsen, 19.08.2024:
https://utopia.de/ratgeber/pflegeleichte-zimmerpflanzen-die-auch-ohne-gruenen-daumen-wachsen_92446/ - Sanderson, Katharine: Too hott o learn: Why school heat is a growing problem, 03.09.2025:
https://dialogue.earth/en/climate/too-hot-to-learn-why-school-heat-is-a-growing-problem/ - Wohnung kühlen: Was hilft gegen Hitze zu Hause?, 09.03.2026:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/energetische-sanierung/wohnung-kuehlen-was-hilft-gegen-hitze-zu-hause-27952
Weitere Informationen und Unterrichtsmaterial:
- https://www.bfs.de/DE/mediathek/alltag/optisch/sonne/sonne_node.html
- https://www.bundesumweltministerium.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaanpassung/ratgeber_verhalten_hitze_kitas_bf.pdf
- https://hitzeservice.de/hitzeschutz-in-schulen/
- https://hitzeservice.de/wp-content/uploads/2024/05/BMG_Hitze_Leitfaden_Kinder.pdf
- https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/kitas-und-schulen/
- https://www.klima-mensch-gesundheit.de/mediathek/
- https://pausenlos-gesund.de/materialien/fit-gegen-hitze
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